Wald / Bäume (aktualisiert am 27.1.2016)

Im Wald sind Dinge, über die nachzudenken man jahrelang im Moos liegen könnte.

Franz Kafka

Der Wald ist etwas sehr Wichtiges auf dieser Welt!

Der Wald

Stoppt Steine

Verhindert Lawinen

Nährt das Wild und die Vögel

 Liefert Dach, Böden und Wände

Erfreut die Herzen

Spriesst in vielen Arten

Schult die Menschen

Reinigt die Luft

Liefert Möbel und Papier

Bietet Erholung

Hält den Boden

Nährt das Feuer

Ist Heimat für Feen und Faune

Schenkt Pilze und Beeren

Läutert das Wasser

 

 

Hermann Hesse schreibt:

Bäume sind Heiligtümer. Wer mit ihnen sprechen, wer ihnen zuzuhören weiss, der erfährt die Wahrheit. Sie predigen nicht Lehren und Rezepte, sie predigen um das einzelne unbekümmert, das Urgesetz des Lebens. Wenn wir traurig sind und das Leben nicht mehr gut ertragen können, dann kann ein Baum zu uns sprechen: Sei still! Sei still!

Einheimische Bäume

 Bäume faszinieren mich seit langem:

- sie geben uns Holz für Möbel und Häuser

- sie geben uns Holz zum Feuer machen

- sie geben uns Früchte

- auf ihnen wohnen unzählige Insekten, Vögel, Eichhörnchen, Siebenschläfer, Marder etc.                    

- im Sommer spenden sie Schatten

- sie sind eine Augenweide im Frühling

- sie sind schön wenn sie grün sind im Sommer

- sie sind schön farbig im Herbst

- sogar im Winter ohne Blätter mit oder ohne Schnee darauf, sind Bäume interessant

 

 

Eiche am Lengwiler Weiher im Kanton Thurgau

Diese Eiche ist schon ziemlich alt. Eichen sind sehr interessante Bäume. Mit ihren ovalen, gebuchteten Blätter ist sie unschwer erkennbar. Der Teufel sei Schuld daran, weil er um eine arme Seele geprellt und aus Wut mit seinen scharfen Krallen durch den heiligen Baum gefahren sei.
Die Eiche kann bis zu 1000 Jahren alt werden. Sie wurzelt tief, oft dort, wo Wasseradern sich kreuzen. Dies könnte eine Erklärung sein für die Annahme, dass der Blitz häufiger in sie einschlägt als in andere Bäume. Deshalb der bekannte gute Rat bei Gewittern: "Eichen sollst du meiden, Buchen sollst du suchen".

Die Eiche

Die Eiche

Bei den Kelten hielt jeder Volksstamm seine Ratsversammlung unter einer heiligen Eiche. Keine Unwahrheit durfte uner der heiligen Eiche ausgesprochen werden. In einem heiligen Wald bei Marseille, wo neben Eschen, Steineichen, Erlen, Zypressen und Eiben vorallem aber Eichen wuchsen in welchen die Druiden die Offenbarungen der Götter aus dem Rauschen der Blätter empfingen. In Gallien glaubte man sogar, das Kauen von Eicheln fördere die Fähigkeit der Hellsicht. Die alten Heiden klagten den Eichen ihren Kummer und bekamen Antwort. Die Eichen als Bäume des Donnergottes war für das Volk und die Bauern die beliebteste Gottheit, denn sie war für das Wetter, die Fruchtbarkeit von Acker, Mensch und Vieh, für die männliche Sexualität und für die Gerechtigkeit zuständig. Es gehörte zur kirchlichen Machtpolitik, die heiligen Eichen zu fällen. Der angelsächsische Missionar Winfried, der als Bonifatius bekannt war, liess die Baumriesen im Schutze fränkischer Truppen, fällen. Die Kirche setzte dann Petrus als Wetterherr an die Stelle des beliebten Donnergottes. Später erschlugen aufgebrachte Friesen den Baumfrevler Bonifatius, als er wieder ein Baumheiligtum auslöschen wollte.

Die Eiche erinnert mich persönlich an meine Kindergartenzeit, als uns  die Kindergärtnerin von den Eichenbuben erzählte, sie lebten auf einer grossen Eiche und ich fand das einfach toll.

Die Eiche ist aber auch für Tiere sehr wertvoll und nützlich. Käfer, Gallwespen, Eichhörnchen, Siebenschläfer, Eichelhäher, Wildbienen und eine grosse Anzahl Schnetterlingen, leben von der Eiche.

Die Heilwirkung der Eiche basiert vor allem auf den Gerbstoffen in Blatt und Rinde. Sie helfen als Aufguss bei Darm- und Magenkrankheiten, Durchfall und Fieber. Als Gurgelwasser angewendet, lindern sie Halsweh und Zahnfleischentzündungen. Bei chronischen ekzemen, Hämorrhoiden, Frostbeulen und Insektenstichen wird ein Bad oder Umschlag aus dem Absud empfohlen.

 

 

Die Esche

Die Esche ist einer der mächtigsten einheinmischen Bäume, sie kann bis zu 40 Meter hoch werden. Sie liebt feuchten Boden. Bei uns in der Schweiz, insbesondere in unserer Region, wachsen sie überall wild. Weil die Esche gerne feuchten Boden mag, hat sie Macht über das Wasser.

Die Druiden rugen Stäbe aus Eschenholz, mit denen sie das Wetter beherrschten und Ertrinkende retten konnten. Keltische Fischer fertigten Ruder und Boote aus Eschenholz damit die fluten sie nicht verschlangen. Bei der Überfahrt nach amerika rugen die Auswanderer einen Splitter Eschenholz bei sich, um sich vor Schiffbruch zu schützen. Das Holz der Esche, das so arg verletzen kann, vermag auch Wunden zu heilen und Blutungen zu stillen.

Man nähte sich Eschensplitten ins Hemd, um einer Verwundung zu entgehen. Eschenholz am Johannistag geschnitten, stillt Blutungen. Die bayrische Volksmedizin legt Eschenholz unter die Zunge, um Sprachlosigkeit zu behandeln.

Ein Tee aus den Samen der Esche zubereitet gilt als liebeskraftsteigerndes Mittel. Der Samen hat zudem heilende Wirkung bei Lerleiden. Eschenlaub hingegen kann zur Wundreinigung verwendet werden und hilft, in die Schuhe gelegt, müden Füssen vorzubeugen.

Die noch jungen und klebrigen Blätter der Esche lassen sich Salaten beimischen.

Die Blätter können von Mai bis August zu Tee verarbeitet werden.

Früher wurden aus Eschenholz Eisenbahnwagen, Skis und Spazierstöcke angefertigt. Heute noch werden Besen- Schaufel- und andere Werkzeugstiele aus Eschenholz hergestellt.

Man betete un den Schutz der Esche, denn ihr Blätterrauschen erzählte von der Zukunft.

Tee aus den Blättern wirkt wassertreibend und blutreinigend. Auch gut bei rheumatischen Krankheiten, bei Verstopfung und Übersäuerung des Blutes und bei Fieber.

Eschenblätter stärken auch Tiere in ihrem Wohlbefinden.

Die Esche regt die Phantasie an und wirkt dadurch belebend und stärkend. Sie löst Menschen, die verbittert und enttäuscht sind.

 

 

Die Blätter der Esche sehen schon fast exotisch aus!

Eschen in Gruppen in Amden

Die Birke

Die Birke

Die Birke

Die Birke ist leicht zu erkennen mit ihrer weissen Rinde. Wenn sie ganz jung ist, hat sie noch keine weisse Rinde und ebenso wenn sie alt wird, dann wird die Rinde grau.

Die heilige Hildegard von Bingen bezeichnet die Birke als das Glück. Sie rühmt sie als Heilmittel bei verschiedenen Hauterkrankungen. Gegen Gicht, rheumatischen Erkrankungen, Hautkrankheiten und zur Blutreinigung kann man Tee aus den Blättern machen. Am besten frisch vom Baum. Den Tee höchstens 5 Minuten ziehen lassen, sonst wird er sehr bitter. Der Tee wirkt auch gegen zuviel Cholestrin und er hat antidepressive Eigenschaften. Schon im alten China wurde sie als Heilpflanze gebraucht.

Ebenso kann man ein Bad mit Birkenblättern nehmen. Sehr romantisch wirken die Blätter, wenn man sie einfach ins heisse Badewasser gibt und sie darin schwimmen.

In verschiedenen Ländern gilt die Birke als Schutzmitel vor Dämonen und bösen Hexen. Zweige aufgehängt sollen in Haus und Stall vor Blitzschlag schützen.

Aus dem Birkenholz wird Holzkohle hergestellt, die dann zu Räucherzwecken in der rituellen Magie dient.

Die Birke bringt Licht und Fröhlichkeit in die Seele. Sie entspannt und beruhigt die Nerven. Sie soll auch für Menschen gut sein, die sehr schnell gekränkt sind.

Bei den genannten organischen Krankheiten ist es empfehlenswert, häufig eine Birke aufzusuchen und zwar jeweils morgens und abends.

Auch für Menschen, die nach Unabhängigkeit streben und lernen wollen, sich selbst wichtig zu werden, oder Menschen, die sich äusserlich nicht schön finden.

Das Birkenholz wir zur industriellen Fertigung von Sperrholz-Platten verwendet. Zudem lassen sich daraus sehr schöne Drechslerarbeiten herstellen, zum Beispiel Schalen, und Kochlöffel.

Mit Birkenästen werden zudem Reisigbesen gebunden. Auch der Samichlaus hat eine Fitze aus Birkenreisig!Cool

Da Birkenholz knisterfrei brennt, ist es für die Verwendung im Cheminée sehr geeignet.

Die jungen Blätter im April roh oder gekocht zu Salaten oder Gemüse ist sehr schmackhaft und gesund.

 

 

Diese alte Rosskastanie steht auf dem Bauernhof meines verstorbenen Göttis, als Kind war ich oft sehr lange auf dem Bauernhof in den Ferien. Nun habe ich die Rosskastanie wieder einmal besucht und ich finde sie wunderschön und mystisch!

Die Rosskastanie

Die Rosskastanien sind für Menschen nicht essbar, Tiere aber essen sie gerne, vor allem Rehe und Hirsche.

Der Baum wird ca. 30 Meter hoch. Er hat weiss, rosa bis gelb gefärbte Blüten. Die Rosskastanie wurde erstmals 1576 in Wien aus Samen gezogen. Ursprünglich stammt sie aus den östlichen Balkanländern. Vom 17. Jahrhundert an verbreitete sie sich langsam über ganz Mitteleuropa. Der Baum wurde zu einem beliebten Schattenspender.

Heute verwendet man am häufigsten Tinkturen der Rosskastanie gegen Krampfadern und Beinschmerzen. Sie ist aber ein grosses Heilmittel, äusserlich angewendet ist sie gegen Warzen, Geschwüre, Frostbeulen, Flechten, und Rheuma. Gebärmutterblutungen, Bronchitis und Darmkattarrh werden mit Tee oder Tinkturen innerlich behandelt. Interressant ist vor allem die Behandlung von Gicht und Rheuma. Dabei trägt man die Früche in der Hosentasche auf sich, oder man nimmt sie ganz einfach in einem Sack oder in einer Tasche mit. Diese Anwendung kommt auch als vorbeugendes Mittel in Betracht. Ebenfalls vorbeugend werden Rosskastanien in die Tasche genommen, um sich beim Reiten, Velofahren und beim Wandern vor dem Scheuern entzüdeter Hautpartien zu schützen. Erstaunlicherweise führen beide Formen der Anwendung immer wieder zum gewünschten Erfolg.

Kastanienbäume vermitteln eine stille und angenehme Ruhe. Beim wiederholten aufsuchen hat der Baum zugleich heilende Eigenschaften bei Krampfadern und befreit von Beckenschmerzen, sie hat auch eine nervenstärkende Ausstrahlung.

Zur allgemeinen Stärkung von Kleintieren ist es empfehlenswert, den Tieren hin und wieder zerhackte Rosskastanienfrüchte unter das Futter zu mischen.

Baum-Büchlein

Wissen Sie, was Frau Holle mit dem Holunderstrauch verbindet oder ob Larix etwas mit Asterix zu tun hat?

Das Büchlein, das man gut mitnehmen kann, wenn man im Wald spazieren geht.

Sie finden Mythisches und Sagenhaftes rund um Bäume und Sträucher, sowie heilende Wirkungen und kulinarische Köstlichkeiten. Ebenso die Eigenschaften und Verarbeitung des Holzes.

Übrigens, in den KonsumentInnentipps finden Sie spannende Hinweise zu allerlei Produkten der einundzwanzig Bäume und Sträucher. Und wer eine Lesepause einschalten will, kann sein bäumiges Wissen mit der Lösung von Rätseln unter Beweis stellen: welche der Blätter und Nadeln gehören zum jewils abgebildeten Baum?

Die Autorinnen:

Selma Berger, Bernadette Gerber, Claudia Heller, Cornelia Mühlberger de Preux, Barbara Ringgenberg, Ruth Schmidlin.

Das Büchlein hat 51 Seiten, es sind 15 einheimische Bäume und 7 einheimische Sträucher beschrieben und kostet Fr. 7.-- plus Fr. 1.-- Versandkosten.

Sie können mir ein Mail schreiben, wenn Sie eines möchten auf  bernadettegerber@solnet.ch 

Auch bei uns gibt es gigantische Bäume wie hier im Kanton Thurgau in der Nähe von Berg/TG.

 

Riesenbuche in Oberbach/ Rhön

Ein Baumgesicht!

 

 

 

 

Als älteste Bäume der Welt gelten die Bristlecone Pines oder Grannenkiefern in den White Mountains in Kalifornien.
Der Älteste, Methusaleh, soll 4900 Jahre alt sein.

Der General Sherman Tree ist der gewaltigste aller Bäume.
Er ist 84 Meter hoch und hat einen Umfang von 31 Metern.

Sein alter wird auf über 2500 Jahre geschätzt.
Er gehört zur Gattung Giant Sequoia (Sequoiadendron giganteum) oder Sierra - Redwood; früher: Mammutbaum.


 

 

 

Die höchsten Bäume der Welt sind die Küsten - Redwoods (sequoia sempervirens), die im Vergleich zu den Sierra - Redwoods nicht so mächtig und dick werden, dafür aber höher wachsen.

Sie wachsen im Tall Tree Grove im Norden Kaliforniens im Redwood National Park.

Sie sind die höchsten Bäume der Welt.

Der Rekordbaum hat 112 Meter Höhe.

 

 

 

Der Baum mit dem dicksten Stamm der Welt ist eine wahrer Gigant:


Der Ahuehuete - Baum in Santa Maria de Tule im Mexikanischen Staat Oaxaca, eine Zypressenart.
Das Alter dieses Baumes wird auf über 2000 Jahre geschätzt. Er ist über 40 m hoch und sein Stammesumfang faßt unglaubliche 58 m. Der größte Durchmesser beträgt 14 m.

 

 

 

 



Der Ahueheute - Baum

 

 

 

Baumrettungsaktion in luftiger Höhe:

Julia "Butterfly" Hill verharrte 2 Jahre (!) lang in der Krone eines 60 Meter hohen Redwoodbaumes um für dessen Überleben zu kämpfen.

 

 

Gibran, Khalil (1883-1931)

Bäume sind Gedichte,
die die Erde

in den Himmel schreibt!

 

 

 

 

Fontane, Theodor (1819-1898)

gestorben am 20.9.

Am Waldessaume träumt die Föhre,
Am Himmel weisse Wölkchen nur;

Es ist so still, dass ich sie höre,

Die tiefe Stille der Natur.

Rings Sonnenschein auf Wies' und Wegen,
Die Wipfel stumm, kein Lüftchen wach,

Und doch, es klingt, als ström ein Regen

Leis tönend auf das Blätterdach

 

 

 

 

Die Birke

 

Eines Dichters Traumgerank

Mag sich feiner nicht verzweigen,

Leichter nicht dem Winde neigen,

Edler nicht ins Blaue steigen.

 

Zärtlich, jung und überschlank

Lässest du die lichten, langen

Zweige mit verhaltnem Bangen

Jedem Hauche regbar hangen.

 

Also wiegend leis und schwank

Willst du mir mit deinen feinen

Schauern einer zärtlich reinen

Jugendliebe Gleichnis scheinen.

                         Hermann Hesse

Beliebte DVD Das Geheimnis der Bäume

Regenwald-News DVD

1.200 Mal wurde sie schon verschickt – die DVD „Das Geheimnis der Bäume“ ist ein absoluter Renner. Sie zeigt nicht nur den erfolgreichen Kinofilm über die verborgene Welt des Urwalds, sondern enthält auch Interviews mit den Filmemachern und Spannendes über die Dreharbeiten. Außerdem: Ein Booklet mit Infos über die Regenwälder der Erde und wie wir sie schützen können.

Bestellen kann man die DVD unter www.regenwald.org  Hier findet man auch immer die Neuesten Petitionen, wenn es um Rodung des Regenwaldes geht!

 

 

 

Diese alten Kastanienbäume haben wir im Tessin entdeckt, auf einer Alp, wo kaum jemand hinkommt, es ist ein beschwerlicher Weg bis dorthin, aber ein Paradies!

 

 

 

 

Fichte/Rottanne in Amden, 1734 gekeimt

Interessantes über die alte Fichte in Amden

Es geht bald weiter......